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Inhalt des Faltblattes:
1.
Ist
Fleisch ein Stück Lebenskraft?
2. Führt eine vegetarische
Ernährung zu Mangelerscheinungen?
3. Warum gibt
es Massentierhaltung?
4. Warum werden
durch den Fleischkonsum Lebensmittel verschwendet?
5. Wie kommt die Chemie
ins Fleisch?
6. Was hat der Hunger in der
sog. 3. Welt mit unserem Fleischkonsum zu tun?
7. Fressen und gefressen
werden. Ist das nicht ganz natürlich?
8. Weshalb sind FleischesserInnen
für das Waldsterben mitverantwortlich?
9. Fördert Fleischkonsum
die Zerstörung der Natur?
10. Was haben Steak und Kotelett mit dem
Regenwald zutun?
11. Ist die vegetarische Ernährung
die Ernährung der Zukunft?
12. Vegetarisch - wie geht denn
das?
1.
Fleisch ein Stück Lebenskraft?
Der
Fleischkonsum ist neben anderen Faktoren eine der Hauptursachen
vieler Zivilisationskrankheiten wie z.B. Diabetes, Gicht, Fettleber,
Wasserablagerungen, Rheuma, Allergien, Stoffwechselstörungen und
von Herz-, Kreislauf-, Nieren-, und Krebserkrankungen. Diese Erkrankungen sind die Folge von Über- und Fehlernährung.
Die Ursache vieler Krankheiten und vieler Allergien findet sich häufig
im tierischen Eiweiß. Zahlreiche Studien haben diese Zusammenhänge
nachgewiesen. Viele Hautkrankheiten, die ansonsten als unheilbar
gelten, sind durch eine
vegetarische oder vegane (rein pflanzliche) Ernährung zu heilen.
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2.
Führt eine vegetarische Ernährung zu Mangelerscheinungen?
Eine
ausgewogene und vollwertige vegetarische Ernährung enthält alle
notwendigen Nährstoffe (Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate) und
Vitalstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und Faserstoffe) in
ausreichender Menge. Dies gilt insbesondere für alle Aminosäuren,
Vitamin B12, Eisen und Kalzium.
Die
bisher weltweit umfangreichste Vegetarier-Studie mit über 11.000
Personen, die von der London School of Hygiene and Tropical
Medicine durchgeführt wurde, bescheinigt den Vegetarierlnnen
deutlich niedrigere Blutduck-, Harnsäure- und Blutfettwerte, ein
häufigeres Idealgewicht und eine bessere Nierenfunktion. Die
Sterberate der Vegetarierlnnen war um 20% und die Krebstodesrate
sogar um 40% niedriger als bei der fleischessenden Kontrollgruppe.
"Ich
glaube an den friedlichen Protest, und keine Tiere zu essen ist
ein gewaltfreier
Protest."
Paul McCartney, Musiker
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3.
Warum gibt es Massentierhaltung?
Der im vergangenen
Jahrhundert enorm angestiegene Fleischverbrauch hat die
Massentierhaltung zu einem großen Geschäft gemacht. Das hat die
Situation der Tiere dramatisch verschlechtert. Die Massentierhaltung
ist eine ununterbrochene Qual durch unerfüllte Bedürfnisse und
unentrinnbare Zwänge (extrem enges Eingesperrtsein, Fehlen von
Ruheplätzen, Verkümmerung von Körperteilen, nicht artgemäße
Nahrung, keine sozialen Kontakte etc.). Sie ist die direkte Folge
der ständigen Nachfrage nach
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4.
Warum werden durch den Fleischkonsum Lebensmittel verschwendet?
Aus
10 kg Getreide kann nur 1 kg Rindfleisch hergestellt werden. Der
Rest wird für die Lebenserhaltung des Tieres verbraucht. Direkt
verwendet bieten Getreide und andere Feld- und Waldfrüchte also die
10fache Menge an Lebensmitteln (siehe Grafik). Wer sich von Fleisch
ernährt, verbraucht also viel mehr Pflanzen als VegetarierInnen.
"Das
Fleisch, das wir essen, ist ein mindestens zwei bis fünf Tage alter
Leichnam!"
Volker Elis Pilgrim, Schriftsteller
Lebensmittelverschwendung
durch Fleischproduktion
R.
H. Strahm, Überentwicklung - Unterentwicklung, nach FAO/Heierli,
© Laetare-Verlag,
Stein/Mfr.,
3. Auflage
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5.
Wie kommt die Chemie ins Fleisch?
Die
Lebensbedingungen in der Massentierhaltung erfordern einen hohen
Einsatz von Arzneimitteln, die wir über den Fleischverzehr
aufnehmen (z.B. Antibiotika, Hormone, Psychopharmaka, Tranquilizer).
Gifte aus in Monokultur erzeugten Futtermitteln reichern sich
ebenfalls im Fleisch an.
Auch
der sog. Rinderwahnsinn (BSE) ist eine direkte Folge der
Massentierhaltung: Pflanzenfressende Rinder wurden seit Beginn der
80er Jahre von der Agrarindustrie gezwungen, zu ,,Kraftfutter“
verarbeitete Schafs-Kadaver zu fressen, um noch mehr Fleisch bzw. Milch
zu produzieren. Diese Schafe waren teilweise an der Seuche ,,Scrapie“
verendet.
"Als
wir eines Tages über Freiheit und Gerechtigkeit sprachen, saßen
wir gerade bei Steaks. Ich esse Elend, dachte ich, als ich den
ersten Bissen zu mir nahm. Und spuckte
ihn aus."
Alice Walker, Schriftstellerin
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6.
Was hat der Hunger in der sog. 3. Welt mit unserem Fleischgenuss zu
tun?
Ohne
die massiven Futtermittelimporte aus der sog. 3. Welt könnten die
immensen Fleischberge bei uns überhaupt nicht produziert werden.
Gleichzeitig hungern die Menschen in den ärmeren Regionen der Welt.
Tausende
von Menschen sterben täglich, weil ihnen diese Pflanzennahrung
fehlt, denn auf den landwirtschaftlichen Flächen dieser Regionen
wird Getreide, Soja, Maniok, u.a. angebaut, als Futtermittel in die
Industrieländer gebracht und zur „Veredelung” als Mastfutter
verwendet:
Verelendung
durch „Veredelung”.
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7.
Fressen und gefressen werden. Ist das nicht ganz
natürlich?
Viele
Menschen würden sich vegetarisch ernähren, wenn sie die Tiere, die
sie essen möchten, selbst töten müssten. Davor, dass andere das für
sie erledigen, verschließen sie gern die Augen. Der Mensch ist in
der Lage, seine Entscheidungen bewusst und verantwortungsvoll zu
treffen und auch über die Folgen seiner Handlungen zu reflektieren.
Deshalb machen wir es uns zu einfach, wenn wir Lebensbedingungen aus
dem Tierreich auf das menschliche Leben übertragen. Da wir gut
leben können ohne Tiere zu töten, ist es sinnlose Grausamkeit, wenn wir
sie dennoch töten
lassen.
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8.
Weshalb sind FleischesserInnen für das Waldsterben
mitverantwortlich?
Ursachen für den
„Sauren Regen” sind Schwefeldioxid (Kraftwerke, Industrie,
Hausbrand) und Stickoxide (Autos), die nach einer Umwandlung in der
Atmosphäre als Schwefel bzw. Salpetersäure herab regnen. Aber auch
die Verdunstung von Ammoniak aus den großen Mengen von Gülle aus
der Massentierhaltung führt zur Bildung von Salpetersäure. Beide
Säuren führen in hoher Konzentration (bei trockenem Wetter) zur
Zerstörung der Blattepidermis und zur Austrocknung der Blätter.
Langfristig bewirkt „Saurer Regen”
die Auswaschung notwendiger Nährmetalle aus dem Wurzelbereich der
Bäume sowie die Freisetzung leicht giftigen Aluminiums.
In den
Niederlanden gehen 30% des Waldsterbens auf die Massentierhaltung
zurück. Ammoniakwolken aus dieser Gülle sind noch in Lappland
nachweisbar. Die Waldsterberate
erweist sich in Gebieten starker Massentierhaltung als sehr hoch.
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9.
Fördert Fleischkonsum die Zerstörung der Natur?
Um
auf wenig Fläche viel Futtermittel anzubauen und um die anfallenden
Güllemassen auf gülleschluckenden Feldern unterzubringen, werden
riesige Felder mit Monokulturen bepflanzt; besonders mit Mais, da
dieser eine der wenigen Nutzpflanzen ist, die große Güllemassen
verkraftet: Herbizide, Insektizide und Fungizide werden gespritzt,
verändern die Bodenökologie, können ins Grundwasser vordringen
und als Rückstände in Lebensmitteln erscheinen. Ohne unseren
Fleischkonsum wäre eine weniger intensive und eine schonendere
Landwirtschaft möglich.
"Es
geht nicht darum, ob sie denken können! Oder ob sie sprechen können!
Es geht einzig und allein darum, ob sie leiden können!"
Jeremy Bentham, Philosoph, 1748- 1832
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10.
Was haben Steak und Kotelett mit dem Regenwald zu tun?
Der südamerikanische Regenwald (auch „Lunge der Welt” genannt) wird
u.a. gerodet, um Monokulturen für Futtermittel und anschließend
Weideflächen zu schaffen. Die Zerstörung von Gebieten, die um ein
Vielfaches größer sind als die BRD, ist die Folge. Der Wasserhaushalt,
das Klima und der Kohlendioxidgehalt der Luft werden nachhaltig
verändert. Pflanzen- und Tierarten werden ausgelöscht.
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11.
Ist die vegetarische Ernährung die Ernährung der Zukunft?
Die
Zahl der Erdbevölkerung steigt weiter. Die landwirtschaftlichen Flächen
lassen sich ohne immense ökologische Schäden nicht vergrößern.
Sie werden vielmehr durch ständige Überbeanspruchung und
einseitige Ausbeutung verringert. Bei einer vegetarischen Ernährung
und gerechter Lebensmittelverteilung brauchte heute und in Zukunft
niemand zu hungern. Diese Chance verbauen wir, wenn wir unseren
Fleischkonsum beibehalten und durch den Export von Fleischüberschüssen
aus der EU in die sog. 3.Welt-Länder den Fleischkonsum noch fördern: Hunger wird gemacht.
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12.
Vegetarisch - wie geht denn das?
Schrittweise
oder an einem Tag - für den Einstieg in die vegetarische Ernährung
gibt es viele individuelle Wege. Als Einstieg empfehlen wir Ihnen
z.B. den Besuch eines vegetarischen Restaurants, um die neue
Vielfalt kennen zu lernen. Auf jeden Fall können vegetarische
Gerichte nach einer kurzen
Umstellungszeit sehr einfach vollwertig und lecker zubereitet
werden. Kochkurse und Einstiegshilfen bieten z.T. Volkshochschulen
und Krankenkassen an. Zahlreiche Tipps für „AnfängerInnen” und
attraktive Rezepte enthält unsere Broschüre Jetzt
geht’s los!, die Sie bei uns für 3,- Euro in Briefmarken anfordern
können.
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Herausgeber:
VEGETARISCHE
INITIATIVE e.V.
Postfach
1136
21383 Amelinghausen
Fax: 040 57148455
Internet: www.vegetarische-initiative.de
E-Mail: info@vegetarische-initiative.de
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