Inhalt
des Faltblattes:
Fisch
statt Fleisch?
Viele Menschen, die kein Fleisch mehr
essen wollen, sehen in dem Konsum von Fisch häufig eine gute Alternative.
Stichworte wie Treibnetzfischerei, bedrohte Fischbestände, Fischfarmen,
Maden und Schwermetalle in Fischen und „Meeresgemüse“ lassen Zweifel
an dieser Wahl aufkommen. Mit diesem Faltblatt wollen wir Sie über
die Folgen des Verzehrs
von Fischen und anderen Wassertieren wie Muscheln, Krebsen, Schalentieren
und Meeressäugern informieren und Alternativen aufzeigen.
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Wassertierfang
-
wie sieht es aus zu Beginn des 21. Jahrhunderts?
Wassertiere
werden ins flache Wasser getrieben, in Käschern gefangen oder mit
Speeren aufgespießt. Sie werden mit Ködern gelockt, unter denen
sich Haken befinden, die sich in ihre Mundhöhle eingraben. Sie werden
in Reusen und vielfältigen Formen von Netzen gefangen, die ihre
Kiemen und Haut blutig reißen. Aus großer Tiefe hochgezogen werden
ihnen durch fremde Druckverhältnisse die Schwimmblasen zerrissen,
die Augen quellen aus den Höhlen, Magen und Speiseröhre treten aus
dem Maul. Krustentieren werden die Scheren verbunden. Sie müssen
oft wochenlang ohne Nahrung ausharren, bis sie schließlich ins heiße
Wasser geworfen werden.
Zum
Einsatz kommen im Meer zudem Hilfsmittel wie Satelliten, Flugzeuge,
Echolote, Fernsehkameras und Computer. Damit aufgespürt und in automatisierten
Fangschiffen verarbeitet, die so groß wie Fußballfelder sind, gibt
es für die Tiere keine Chance zum Entrinnen. Riesige kilometerlange
Netze - von der UNO schon 1989 verurteilt und ab 1992 verboten -
spannen sich noch immer durch die Meere und fangen alles: Meeresschildkröten,
Seevögel, Delfine (ca. 500.000 pro Jahr), Wale und viele andere
Tiere. Einmal in diese Netze geraten und verfangen, müssen sie qualvoll
ersticken. Viele Fischarten (z.B. der rote Thunfisch) sind durch
die Überfischung bereits
vom Aussterben bedroht.
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Wassertiere
als Mastfutter?
Die Fänge der sog.
Gammelfischerei werden zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet. Gammelfischer
sieben mit engmaschigen Netzen auch kleinste Fische aus dem Meer.
Sie liefern nach einwöchiger Fahrt einen stinkenden Fischbrei (ungekühlt!)
ab, aus dem Fischmehl für die Massentierhaltung und Fischöl für
die Margarineindustrie gefertigt wird. Fischöl ist häufig in Fertigbackwaren
zu finden (Deklaration: tierisches Fett). Zwischen 70-80% des Lachsfutters
wird aus Fischmehl und -öl erzeugt. 50% der Nordseefänge und
ein Drittel der Hochseefänge wird als Tierfutter an Schweine,
Hühner und Fische verfüttert.
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Aquafarmen
- eine Alternative?
Viele
Käufer sind der Meinung, dass ihr Fisch aus der Wildnis stamme.
Dabei werden weltweit ca. 16 Mio Tonnen Fisch in Aquafarmen gezüchtet.
Meist wird nur eine einzige Art in Monokultur (z.B. Lachs) mit umfangreicher
Technik und Chemikalien auf engstem Raum herangezogen. Brutbetriebe
befruchten den Laich in Reagenzgläsern. Die Eier werden künstlich
ausgebrütet. Fische dümpeln dicht aneinander gedrängt in kleinen
Becken. Kraftfuttercocktails
sollen sie schnellstmöglich verkaufsreif wachsen lassen. Durch die
Massentierhaltung sind die Fische krankheitsanfälliger, sodass Erreger
sich blitzschnell ausbreiten und einen gesamten Bestand vernichten
können. Deshalb werden neben Wachstumshormonen, Mastbeschleunigern,
synthetischen Vitaminen und Farbstoffen (besonders für Lachs) auch
Mittel gegen Parasiten und Antibiotika verabreicht. In den Aquafarmen
wird ein großer Teil des Fischmehls verfüttert. Der Wasserdurchfluss
wird aus Kostengründen meist so knapp gehalten, dass er gerade ausreicht,
um die Atmung der Fische sicherzustellen und Kot sowie Futterrückstände abfließen
zu lassen. Daher sind die Abwässer hochgradig mit Ausscheidungen,
Futter- und Arzneimittelresten belastet. Die Stoffwechselprodukte
der Fische verursachen eine explosionsartige Ausbreitung der Algen
und eine ökologische Zerstörung
des Gewässers. Zuchtfische, die ausbrechen, gefährden durch Krankheiten
und verändertes Erbgut den natürlichen Bestand. Aquafarmen sind
im höchsten Maße umweltgefährdend und tierquälerisch.
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Wassertierfang
- ökologisch und sozial vertretbar?
Viele
Gewässer, insbesondere die Meere sind überfischt. Viele Arten sind
wegen zu hoher Fangquoten und umweltzerstörender Fangtechniken nahezu
ausgerottet. Infolge des Fischmangels verhungern Vögel.
Hunderttausende
von Arbeitsplätzen wurden weltweit bereits durch den Fischmangel
vernichtet. Internationale Organisationen ermitteln und vergeben
Fangquoten, die weit hinter den
Forderungen der Umweltschützer liegen. Selbst daran halten sich
die Fischer nicht. Die weltweite Konkurrenz um Fanggründe führt zwischen befreundeten
Staaten (z.B. Frankreich / Spanien) zu kriegsähnlichen Auseinandersetzungen.
Fangschiffe
hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Grundschleppnetze oder Scheuchketten
wühlen den Grund mehrmals im Jahr auf und zerstören das empfindliche
Meeresbodenleben (Muscheln, Seeigel und Seesterne). Ganze ökologische
Meereskreisläufe drohen zusammenzubrechen. Ca. 26 Millionen kg Plastikverpackungsmaterial,
ca. 450.000 Plastikcontainer und ca. 150 Millionen kg Plastiknetze
bleiben pro Jahr im Meer zurück, verrotten nur schwer und werden
zu Todesfallen für Meerestiere und Vögel.
Bisher
wurde kaum ergründet, welchen ökologischen Wert Fischschwärme als
Teil eines intakten ökologischen Gesamtsystems Erde haben.
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Können
Wassertiere leiden?
Oft
wird angenommen, Wassertiere könnten nicht leiden. Denn diese Tiere
sind uns - bedingt durch ihr Aussehen und ihren wässrigen Lebensraum,
der unseren Sinnen nur beschränkt zugänglich ist -
fremder als Kühe und Schweine. Aber nur, weil wir nicht in
der Lage sind, die Schmerzensäußerungen der Wassertiere wahrzunehmen,
bedeutet dies nicht, dass diese Tiere nicht leiden können. Die allermeisten
Wassertiere sterben einen langsamen Tod durch Ersticken an der Luft.
Sie werden plötzlich aus ihrem ureigensten Lebensraum gerissen,
sei es durch ein riesiges Treibnetz oder durch einen Angelhaken.
Von vorheriger Betäubung, wie es bei den sog. „Schlachttieren“ zumindest
in der Regel der Fall ist, kann keine Rede sein.
Sollten
wir kein Mitgefühl für Fische empfinden, bloß weil sie in einer
anderen Sinneswelt leben und wir Menschen unfähig sind ihre Schreie
zu hören? Auch Wassertiere
haben, wie jedes andere Lebewesen, ein Recht auf Leben.
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Angeln
- ein harmloses "Hobby"?
Was
ist das für ein „Freizeitvergnügen“, bei dem Menschen geduldig darauf
warten, dass ein Fisch den Köder anbeißt und sein langsamer grausamer
Tod beginnt? Wie können Menschen sich darüber freuen, wenn sie einen
Fisch in die Todesfalle treiben, sich der Angelhaken in dessen Mundhöhle
bohrt und dieses Tier qualvoll stirbt?
Auch
wenn wir Menschen unfähig sind, die Leidensfähigkeit der Fische
hörbar wahrzunehmen, so ist es dennoch eine Tatsache, dass Angler
durch ihr grausames „Hobby“ den Tieren einen qualvollen Tod bereiten
und Leben vernichten.
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Fisch
- die gesunde Alternative?
In
Anbetracht der Schadstoffbelastungen der Meere wird deutlich, dass
„Fisch“ kein gesundes Nahrungsmittel sein kann, denn aus verschmutzten
Gewässern können wir keine „unverschmutzten“ Fische erhalten.
Die in den Wassertieren abgelagerten Schadstoffe wie Arsen, Blei,
Cadmium, Quecksilber und Pestizide essen wir mit, ebenso wie die
in den Aquafarmen den Tieren zugeführten Wachstumshormone und Antibiotika.
Dennoch wird immer noch behauptet, dass der Mensch für eine gesunde
Ernährung „Fisch“ benötige. Insbesondere wird hervorgehoben, dass
in Fisch besonders viel Eiweiß vorhanden sei. Es ist richtig, dass
Fisch einen hohen Anteil an Eiweiß aufweist. Es ist aber seit langem
erwiesen, dass gerade der hohe Eiweißverzehr eine Hauptursache für
viele Krankheiten ist. Vegetarier nehmen zwar weniger Eiweiß zu
sich als Nicht-Vegetarier, aber gerade dies ist ein Grund für ihre
durchschnittlich bessere Gesundheit. VegetarierInnen erkranken seltener
an Krebs, das Risiko für Herz- und Gehirninfarkt ist geringer und
sie haben eine höhere Lebenserwartung. Tatsache ist, dass für eine
gesunde Ernährung kein Tier getötet werden muss. Wir alle haben
die Alternative, uns ohne Leichenteile gesund, lecker und abwechslungsreich
zu ernähren.
Herausgeberin:

VEGETARISCHE
INITIATIVE e.V.
Postfach
1341
23723 Neustadt in Holstein
Fax: 040 57148455
info(at)vegetarische-initiative.de
www.vegetarische-initiative.de
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