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Gesund ohne Fleisch?             

Inhalt des Faltblattes:                                                         


Viele Menschen stehen einer vegetarischen Ernährung positiv gegenüber, haben aber gesundheitliche Bedenken. Mit diesem Faltblatt wollen wir die am häufigsten gestellten Fragen aufgreifen.

  Sind die Menschen zum Fleisch essen geboren? 

"Tiere fressen doch auch andere Tiere". Dieses ist wohl das häufigste Argument, mit dem Fleischesser ihre Essgewohnheiten rechtfertigen. Dabei vergleichen sie sich gerne mit Löwen, Panthern und anderen Raubtieren. Doch unsere Anatomie bringt die „bittere Wahrheit“ an den Tag: Unsere nächsten Verwandten sind die vegetarisch lebenden Menschenaffen und nicht die edlen Raubkatzen. Wir haben weder Reißzähne, noch Krallen, um unsere Opfer zu zerfetzen. Unsere ausgeprägten rechteckigen Mahlzähne sind für das Zermahlen von Getreide und anderer pflanzlicher Kost prädestiniert. Unser Verdauungstrakt gibt ebenfalls Aufschluss darüber, was für uns die natürliche Nahrung ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Darmtrakt von fleischfressenden Tieren etwa der dreifachen Rumpflänge entspricht, während der von Pflanzenfressern etwa die zwölffache Rumpflänge erreicht. Der Mensch hat eindeutig den langen Darm eines Pflanzenfressers, der für die Verdauung von schnell faulendem Fleisch mindestens ebenso ungeeignet ist, wie der kurze Darm des Tigers für die Verdauung eines Frischkornmüslis. Der Darmtrakt des Menschen ist also auf Grund seiner Länge optimal für die langsamen Zersetzungsprozesse von Gemüse und Getreide.

Der Mensch hat auch - im Gegensatz zu Fleischfressern - gut ausgebildete Speicheldrüsen. Sein Speichel ist alkalisch und enthält das für die Vorverdauung von Kohlehydraten (z.B. Getreide) wichtige Enzym Ptyalin. Auch die Magensäure, die bei Fleischfressern sehr viel Salzsäure enthält, ist beim Menschen etwa zehn Mal geringer konzentriert. Trotz dieser Tatsachen wird noch immer behauptet, man könne ohne tierisches Eiweiß nicht gesund leben. Diese Behauptung ist nicht nur wissenschaftlich längst widerlegt, Millionen von Menschen, die sich ohne tierische  beweisen täglich das Gegenteil.

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  Ein Vegetarier - was ist das überhaupt?

Der Begriff „Vegetarier” leitet sich aus dem englischen Wort „vegetarian” ab. Dies wiederum kommt von dem lateinischen Wort „vegetus”, was „ganz gesund, frisch und lebendig” bedeutet. Der alte lateinische Begriff „homo vegetus” bezeichnet einen körperlich und geistig starken Menschen. VegetarierInnen essen nichts vom getöteten Tier - das ist der einfachste gemeinsame Nenner.

Es gibt jedoch unterschiedliche Arten sich vegetarisch zu ernähren:

  • Ovo-Lacto-VegetarierInnen essen pflanzliche Produkte sowie Eier und Milchprodukte

  • Lacto-VegetarierInnen essen pflanzliche Produkte sowie Milchprodukte

  • VeganerInnen ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten

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  Studien mit VegetarierInnen  

Um sich gesund zu ernähren, benötigen Menschen kein Fleisch. Das haben diverse wissenschaftliche Studien im In- und Ausland bewiesen.

Viele Zivilisationskrankheiten, wie Arteriosklerose, Herz- und Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Gicht, Rheuma und Diabetes kommen bei VegetarierInnen wesentlich seltener vor als bei FleischesserInnen. Zu diesem Ergebnis kommen wissenschaftliche Studien im In- und Ausland, die über mehrere Jahre die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten sowie die Lebenserwartung von VegetarierInnen und FleischesserInnen miteinander verglichen haben.

Die bisher weltweit umfangreichste Vegetarier-Studie mit 11.000 Personen über einen Zeitraum von zwölf Jahren, die bereits im Juni 1994 im „British Medical Journal“ vorgestellt wurde, hat eindeutig die Behauptung widerlegt, VegetarierInnen seien unter anderem nur deshalb gesünder und lebten länger, weil sie allgemein eine besonders bewusste Lebensweise hätten. Durch den Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die außer ihrem Fleischkonsum weitgehend eine gleiche Lebensweise und einen gleichen sozialen Status etc. wie die untersuchten VegetarierInnen hatte, konnte der Faktor Fleisch methodisch besonders gut in seiner Wirkung isoliert werden. Das Ergebnis: Praktisch alle Gesundheitsparameter wiesen bei den VegetarierInnen deutlich bessere Werte auf, die Sterberate war um 20 Prozent und die Krebstodesrate sogar um 40 Prozent niedriger als bei der fleischessenden Kontrollgruppe. Wissenschaftliche Studien zur vegetarischen Ernährung:

Wir empfehlen die Zusammenstellung der Studien der Universität Gießen, des Krebsforschungszentrums Heidelberg und des Bundesgesundheitsamtes Berlin, für 3,60 Euro, vom Vegetarier-Bund Deutschlands e.V. (Vebu), Blumenstr. 3, 30159 Hannover, Tel.: 0511 3632050.

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  Die Eiweißfrage  

Alle Eiweiße, gleich ob tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, setzen sich aus etwas mehr als zwanzig verschiedenen Aminosäuren zusammen. Acht davon kann der menschliche Organismus nicht selbst herstellen, sie müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Diese acht „essentiellen“ Aminosäuren sind alle in Pflanzen enthalten, allerdings in unterschiedlichen Mengen. Würden wir uns immer nur von einer einzigen Pflanze ernähren, würden wir von einigen Aminosäuren zu wenig und von anderen mehr als genug zu uns nehmen. Kombinieren wir verschiedene Pflanzen miteinander, z.B. Gemüse und Getreide, nehmen wir alle Bausteine für den Aufbau des körpereigenen Eiweißes zu uns. Milch und Milchprodukte enthalten alle acht Aminosäuren, bieten also auf den ersten Blick vollwertiges Eiweiß. Laut Prof. Wendt („Gesund durch den Abbau von Eiweißüberschüssen”) lagert sich das tierische Eiweiß jedoch in den Blutgefäßen und im Zwischengewebe ab und verhindert so den Durchtritt der Vitalstoffe in die Organe, Muskeln, Knochen, Gelenke und Haut. Das tierische Eiweiß wird auch mit der starken Zunahme von Krebs- und Herzerkrankungen, Rheuma, Allergien und Hautkrankheiten wie z.B. Neurodermitis, in Verbindung gebracht. Einige Pflanzen, wie z.B. die Sojabohne und die Avocado, enthalten ebenfalls alle essentiellen Aminosäuren. Vegetarier nehmen zwar weniger Eiweiß zu sich als Fleischesser, doch ist gerade das ein wichtiger Grund für die vegetarische Ernährung. 

Die Eiweißversorgung ist bei vegetarischer Ernährung also gesichert.

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  Wie steht es aber mit Vitaminen und Mineralien?

Vegetarier essen bedeutend mehr Obst, Gemüse, Getreide, Nüsse, Samen und Sprossen als Fleischesser. In diesen Lebensmitteln sind alle notwendigen Vitamine und Mineralien enthalten. Eine kleine beispielhafte Aufstellung soll dies verdeutlichen: 

Vitamin A: z.B. Mohrrüben, Tomaten, Aprikosen, Grünkohl, Spinat 

Vitamin B1: z.B. Getreidesprossen, Vollkornbrot, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Reis    

Vitamin B2: z.B. Brokkoli, Erbsen, Rosenkohl, Spinat, Vollkornprodukte 

Vitamin B6: z.B. Avocado, Bananen, Blumenkohl, Kartoffeln, Vollkornprodukte

Vitamin B12: alle milchsauer vergorenen Gemüse wie Sauerkraut und z.B.
Sprossen, Miso-Produkte, Tempeh, Milch und Käse

Folsäure: z.B. Sojabohnen, Endiviensalat, Rosenkohl, Spinat, Weizenvollkornbrot

Vitamin C: z.B. Zitrusfrüchte, Paprika, Kiwi, Sprossen, Wildkräuter, Kartoffeln

Vitamin D: z.B. Pilze, Käse, Butter. Unter Einwirkung von Sonnenlicht ist der Körper in der Lage, Vitamin D selbst zu produzieren.

Vitamin E: z.B. Avocado, Nüsse, native pflanzliche Öle, Hafer(-flocken), Naturreis

Kalzium: z.B. Sesam, Nüsse, Petersilie, Sojabohnen, Feigen, Datteln, Wildkräuter,   Grünkohl, Spinat

Eisen: z.B. getrocknete Aprikosen, Rote Bete, Hirse, Spinat, dicke Bohnen, Vollkornprodukte, Sonnenblumenkerne. Bedenken Sie: Schwarzer Tee und Kaffee verringern die Eisenaufnahme um 40 - 50 %, dagegen fördert die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C die Eisenresorption erheblich.

Magnesium: z.B. Rosinen, Weizenkeime, Hirse, Kakao, Vollkornprodukte

Kalium: z.B. Avocado, Pfirsich, Nüsse, Erbsen, Linsen, Kartoffeln, Sojabohnen

Sie sehen, also auch mit Vitaminen und Mineralien sind Sie bei einer vegetarischen Ernährung bestens versorgt.

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  Vegan oder vegetarisch?

Die unglaubliche Reichhaltigkeit und Vielfalt pflanzlicher Lebensmittel bietet auch den vegan lebenden Menschen eine sehr abwechslungsreiche Ernährungsform. Gründe für die vegane Lebensweise sind vor allem gesundheitliche und tierschützerische (ethische) Überlegungen. Immer mehr Menschen leiden unter Hautkrankheiten, Allergien und rheumatischen Beschwerden. Dies alles sind Stoffwechselkrankheiten, die häufig durch (zuviel) tierisches Eiweiß verursacht werden. Nicht nur Fleisch, auch Milch, Käse, Quark etc. enthalten sehr viel tierisches Eiweiß.

Entgegen einer noch immer weit verbreiteten Fehlinformation ist der reichliche Konsum von Milch(-produkten) kein Beitrag zur Deckung des Kalziumbedarfs und damit auch keine Vorbeugung gegen Osteoporose. Milch enthält zwar viel Kalzium, aber auch große Mengen an Phosphat. Mit steigendem Phosphatgehalt der Nahrung sinkt jedoch die Fähigkeit des Körpers, das Kalzium aufzunehmen und zu verwerten. Darüber hinaus sind Fleisch, Fisch, Eier und Milch(-produkte) die am stärksten säurebildenden Nahrungsmittel. Um das Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, muss der Körper den Knochen Kalzium entziehen. So ist auch die Osteoporose gerade in den Ländern sehr verbreitet, in denen der Konsum von tierischem Eiweiß besonders hoch ist.

Menschen, die sich aus ethischen Gründen vegan ernähren, möchten ganz ausschließen, dass für ihre Ernährung ein Tier leiden und sterben muss. Ethisch begründende VeganerInnen weisen darauf hin, dass auch für die Milcherzeugung Tiere gehalten und getötet werden. Sicherlich ist die vegane Ernährung unter ethischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten die optimale Ernährungsform.

Die meisten VeganerInnen haben zuvor mehrere Jahre (ovo-) lacto-vegetarisch gelebt, bevor sie ihre Ernährung auf eine rein pflanzliche Kost umgestellt haben. Wir empfehlen Ihnen, sich erst einmal mit dem vielen Neuen, das die vegetarische Ernährung bietet, zu beschäftigen. Der Schritt zu einer (teilweise) veganen Ernährung folgt bei vielen VegetarierInnen.

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         Die Bedeutung der Faserstoffe

Faserstoffe (=Ballaststoffe) kommen nur in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Sie nehmen wie kleine Schwämme Flüssigkeit auf und vergrößern dadurch den Darminhalt. Die Darmpassage wird beschleunigt, wodurch Schadstoffe kürzer auf die Darmwand einwirken können.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden noch ca. 100 g Faserstoffe pro Tag gegessen, heute liegt der Konsum bei 10 -15 g. Die Folge ist eine Zunahme von Stoffwechselkrankheiten, Erkrankungen des Verdauungstraktes sowie von Darmkrebs. Durch den erhöhten Verzehr pflanzlicher Lebensmittel versorgen sich Vegetarier besser mit Faserstoffen und leiden wesentlich seltener unter diesen  kommt fast gar nicht vor.

"Nichts wird die Chancen für ein Überleben auf der Erde
 so steigern wie der Schritt zu einer vegetarischen Ernährung."

Albert Einstein
 


                                                                                                             
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  Empfehlenswerte Kochbücher

Diese Bücher sind besonders alltagstauglich:

  • Essen wir uns gesund. 30 Jahre Erfahrung mit der Vollwerternährung, Barbara Rütting, Waltraud Becker, 320 Seiten, 24,90 Euro

  • Veganissimo, PeTA´s Kochbuch für Menschen, die Tiere lieben, 120 Seiten,15,90 Euro

  • Das tierfreundliche Kochbuch, LebeGesund!-Versand GmbH, 97828 Altfeld, www.lebegesund.com, 192 Seiten, 24 Euro

  • Das große Handbuch der vegetarischen Vollwert-Ernährung, Martha u. Heinrich Frese, (Eigenverlag) Allensteiner-Weg 1, 25524 Itzehoe, Tel. 04821- 42350 (So-Do), 477 Seiten, 29,90 Euro incl. Versand

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Einige grundsätzliche Empfehlungen

Es ist ganz einfach, gesund und gut zu essen. Denn es ist nicht nötig, Mikrogramm- und Milligrammwerte von Mineralien und Vitaminen abzuwiegen. Sie brauchen nur einige Grundsätze beachten:

Jede Nahrung ist um so vitalstoffreicher, je naturbelassener sie ist. Es ist also wesentlich gesünder, Vollkornbrot statt Weißmehlbrot, ungeschälten Reis statt weißen Reis, und rohes Obst und Gemüse statt gekochtem zu verwenden.

Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau enthalten deutlich mehr Vitamine  und Mineralstoffe und gleichzeitig wesentlich weniger Schadstoffe als Produkte aus konventionellem Anbau. Sie sind zwar etwas teurer, doch werden Sie durch das Weglassen von Fleisch Geld einsparen, so dass sich der Einkauf im Naturkostladen nicht negativ auf Ihre Haushaltskasse auswirken wird.

Essen Sie abwechslungsreich und essen Sie nur, was Ihnen schmeckt. Sie brauchen sich zu nichts zwingen. Sie haben unendlich viele Alternativen.

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