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des Faltblattes:
Wer
braucht Milch?
Kein
Säugetier, welches sich von der eigenen Mutter entwöhnt hat, nimmt noch
Milch zu sich. So sehr sie sich auch voneinander unterscheiden – klein
wie eine Maus oder groß wie ein Wal, schnell wie ein Windhund oder
geschickt wie ein Affe, gefährlich wie ein Tiger oder stark wie ein
Elefant – kein Tier braucht mehr Milch, sobald es sich an feste Nahrung
gewöhnt hat. In Freiheit lebende Jungtiere trinken nur die Milch ihrer
eigenen Art.
Muttermilch
ist von der Natur vorgesehen als Ernährung für unsere Kleinsten, die Säuglinge.
Gestillt an Mutters Brust sind sie bestmöglich versorgt. Das Stillen stärkt
auch das Immunsystem der Kinder. Als Schutz vor Allergien wird empfohlen,
Kinder möglichst lange zu stillen und im ersten Jahr unbedingt auf
jegliche Kuhmilchprodukte zu verzichten.
Muttermilch fördert zudem aufs Beste die Entwicklung
des kleinkindlichen Gehirns, ist
einfach immer und überall, frisch und richtig temperiert verfügbar.
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Ist
Kuhmilch ein Muntermacher?
Die Voraussetzung für eine gesunde
Ernährung ist die Zufuhr lebensnotwendiger Stoffe in ausreichender
Menge und Kombination. Hier gilt: Je naturbelassener unsere Nahrung
ist, desto vollwertiger und gesünder ist sie. Die Versorgung mit
echten Lebens-mitteln jedoch kann am besten über
pflanzliche Nahrungsmittel sicher gestellt werden. Der Konsum von
Milchprodukten einer anderen Art ist dagegen mit vielfältigen Gesundheitsrisiken
verbunden:
- Allergische
Reaktionen, ausgelöst durch das artfremde
Eiweiß (Neurodermitis, häufige Infekte, Ohren- und Mandelentzündungen,
Asthma, Polypen, Schuppenflechte). Besonders gefährdet sind Säuglinge
und Kinder.
- Akne und
Pickel treten häufig
bei Jugendlichen auf. Nach der Hormonumstellung in der Pubertät
kann der Körper allergisch auf tierische Eiweiße reagieren, die
er zuvor vertragen hat. Ein Übermaß an Zucker kann zudem die Hautprobleme
verstärken.
- Herz-
und Kreislauferkrankungen
in Folge von Eiweiß-, Kalzium- und Cholesterinablagerungen.
Insbesondere Quark und Käse sind Eiweißkonzentrate. Käse
enthält häufig auch sehr viel Fett.
- Übergewicht
ist ein zusätzlicher Risikofaktor
für Herzinfarkte, Diabetes und Darmkrebs.
- Osteoporose
(Knochenschwund), Karies und Nierensteine
treten besonders häufig in Ländern mit hohem Konsum tierischen
Eiweißes auf (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte). Der Eiweißüberschuss
bringt den pH-Wert des Organismus in den sauren Bereich. (Auch
Kaffee, schwarzer Tee, Fabrikzucker, Getreide und Alkohol tragen
u. a. zur Übersäuerung bei.) Die Neutralisation der Säuren erfolgt
mit Hilfe von Basen, insbesondere durch Kalzium aus Knochen (Knochenschwund)
und Zähnen (Karies). Milchprodukte liefern
viel Kalzium und Eiweiß. Das Kalzium reicht jedoch nicht
aus, die Säuren zu neutralisieren, die bei der Verdauung des Eiweißes
anfallen. Das heißt: Auch Milchprodukte
entziehen dem Körper Kalzium! Die an Basen gebundenen Säuren
werden zu einem Teil über die Nieren ausgeschieden. In den Nieren
kann sich Kalzium auch zu Steinen verdichten.
- Rheuma,
Gicht und Nierenversagen als Folge von Harnsäureüberschuss
durch eiweißreiche Kost.
- Verstopfung
durch Ballaststoffmangel, da Milchprodukte ebenso wie alle
anderen Tierprodukte keinerlei verdauungsfördernde
Faserstoffe liefern. Die Darmpassage wird somit verzögert. Der
Entstehung von Krampfadern, Hämorrhoiden und Darmkrebs wird ebenfalls
Vorschub geleistet.
- Krebs
wird u. a. begünstigt durch übermäßigen Eiweiß- und Fettkonsum.
Rückstände von Umweltgiften, Pestiziden und Medikamenten reichern
sich zudem in tierischen Fetten an. Je länger
die Nahrungskette ist, um so mehr steigt die Belastung des Körpers.
Allein an Darmkrebs sterben beispielsweise jährlich mehr
als 50.000 Menschen.
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Wird
die Milchwirtschaft dem Tierschutz gerecht?
Alle Säugetiere
sind intelligent und empfindsam. Menschen wie Tiere haben in vielen
Bereichen ähnliche Grundbedürfnisse. Die heute übliche
Massentierhaltung ist jedoch besonders ungeeignet, diese Grundbedürfnisse
zu befriedigen. Die Liste der Methoden, die auch in der heutigen
Milchwirtschaft angewendet werden, liest sich wie die Inventarliste eines
Gruselkabinetts:
Ganzjährige
Stallhaltung aus wirtschaftlichen Gründen; Trennung von Muttertieren und
Nachwuchs nach wenigen Stunden; künstliche Befruchtung; Einsatz von
Medikamenten, Spaltenböden und Elektroschocks („Kuhtrainer“); Kälberboxen,
die nicht einmal ein Umdrehen ermöglichen; Milchaustauscher mit
Schlachtfettanteilen zur Versorgung der Kälber (statt artgerechter
Kuhmilch); Schlachtung bei zurück gehender Milchleistung – lange vor
dem Erreichen der natürlichen Lebenserwartung von
12 bis 18 Jahren ...
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Ist
unser Handeln ethisch vertretbar?
Wo sind
die Grenzen des menschlichen Handelns? Darf der Mensch alles tun, was ihm
Nutzen bringt?
Es
ist eine Tatsache, dass heute die Milch- und die Fleischwirtschaft
untrennbar miteinander verflochten sind:
Eine
Kuh, die nicht gekalbt hat, gibt auch keine Milch. Um die hohe
Milchleistung zu erhalten, müssen „Milchkühe“ jedes Jahr ein Kalb
austragen!
Im
Alter von ca. 5 Jahren nimmt der Milchfluss ab und die Kuh wird vom
Schlachter getötet. Nur ein weibliches Kalb wird aufgezogen, um
das Muttertier zu ersetzen. Die anderen enden zwecks Labgewinnung für die
Käseherstellung nach kurzer Zeit oder nach längerer Mastzeit wie Mutter
Kuh. Zur Vermeidung eines Überangebotes werden
viele Kälber sofort nach der Geburt getötet.
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Leiden
Umwelt und Klima unter der Milchwirtschaft?
Weitere
Auswirkungen der Tierhaltung und der damit verbundenen Erzeugung von
Futtermitteln sind der
Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, die Umwandlung von Regenwald und
hiesigen Wäldern in Weide- und Ackerflächen, der enorme Verbrauch von
Wasser und die Ausbringung von Gülle mit der Folge von Waldsterben und
Umweltzerstörung.
Zu
einem Großteil werden diese Umweltbelastungen von Betrieben der
Milchwirtschaft mitverursacht.
Pflanzlich
zu essen schützt Tiere, Umwelt und
die eigene Gesundheit!
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Hat
unser Kuhmilchkonsum Auswirkungen auf den Hunger in der Welt?
Die
Futtermittel werden oftmals aus Ländern importiert, in denen Armut und
Hunger herrschen:
"Das
Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen."
Außerdem
sind im Durchschnitt sieben pflanzliche Kalorien über den Umweg
der Futtermittel aufzubringen, um eine tierische Kalorie zu
erzeugen. Eine pflanzliche Kost
ernährt viel mehr Menschen mit weniger Ackerflächen.
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Was
koche ich, was esse ich?
Vegan
essen: Vollwertig und lecker!
Wer
sich vegetarisch ernährt und außerdem auch Eier, Honig und Milchprodukte
weglässt, der lebt rein vegetarisch oder „vegan“. Viele vegane
Rezepte sind vollwertig, einfach zuzubereiten und schmecken sehr lecker.
Auch vegan können Sie in variantenreicher Vielfalt essen. Eine große
Auswahl an Obst und Gemüse ist ganzjährig erhältlich. Statt mit Käse können
Sie Ihr Brot mit pflanzlichen Aufstrichen genießen, die es auch schon im
Supermarkt gibt. Schön frisch schmecken Tomaten- und Gurkenscheiben auf
Brot, oder Scheiben reifer Avocados mit einer Prise Salz. Und wer es süßer
mag, kann das Brot ja mal mit Bananenscheiben und etwas Zimt probieren.
Daneben wächst die Auswahl an pflanzlichem „Aufschnitt“ auf
Soja- oder Weizenbasis. (Tipp: Wheaty geräuchert von Topas)
Tierische Zutaten in herkömmlichen Rezepten können Sie meistens durch
pflanzliche Produkte ersetzen. Mit Seitan können Sie ein vorzügliches
Gulasch zubereiten. Das Müsli schmeckt ebenso gut mit Sojamilch, der
Schokopudding auch. Eier lassen sich beim
Backen durch Maismehl, Sojamehl oder Ei-Ersatz (Reformhaus) austauschen.
Sahne und Saure Sahne werden von verschiedenen Soja-Cremes abgelöst
(sogar im Kaffee). Und der Soja-Joghurt ist mindestens so lecker wie der
Milch-Joghurt. Was Sie nicht im Supermarkt finden erhalten Sie in
Naturkostläden, Reformhäusern oder bei veganen Versandhändlern.
Gesundheitlich
ist das „Ersetzen“ der Milchprodukte allerdings nicht erforderlich,
denn die
Milchprodukte sind für unsere Ernährung nicht nur überflüssig, sondern
schädlich.
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Worauf
kommt es an?
Die
Grundlage bildet viel frisches Obst und Gemüse der Jahreszeit,
vorzugsweise als Rohkost und aus kontrolliert biologischem Anbau.
"Lasst eure Nahrung so natürlich wie möglich!"
(Prof.
Dr. med. Werner Kollath, 1892 – 1970)
Ergänzend
kommen Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte, auch als Keimlinge, sowie Nüsse,
Samen und Sprossen, Kräuter und Wildkräuter, sowie z.B. frisches
Sauerkraut als Vitamin B12-Lieferant hinzu. Eine rohkostbetonte, rein
pflanzliche Ernährung versorgt Sie u.a. mit hochwertigem nativen Eiweiß
und den lebensnotwendigen Vitalstoffen. Sie macht fit und hält gesund,
besonders in Kombination mit viel Bewegung.
„Vitamin-
und Mineralstoffräuber“ wie Kaffee, Fabrikzucker, weißen Reis und
Weißmehl
sollten Sie (sowieso) meiden.
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Eine
Umstellung braucht Zeit!
Setzen
Sie sich realistische Ziele! Mit der veganen Ernährung kann zunächst im
privaten Bereich begonnen werden. Ihr persönliches Wohlfühl-Tempo ist
wichtig für eine erfolgreiche Umstellung.
Herausgeber:
VEGETARISCHE
INITIATIVE e.V.
Postfach
1136
21383
Amelinghausen
Fax: 040 57148455
Internet:
www.vegetarische-initiative.de
E-Mail: info@vegetarische-initiative.de
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